Laos #1 – 4000 Islands

Morgens um 6 Uhr wurde ich am Hotel abgeholt. Es konnte losgehen, ca. 12 Stunden Fahrt standen mir bevor. Die Strecke führte größtenteils durch verdorrte Buschlandschaft. Insgesamt war das Land doch um einiges trockener als ich es mir vorgestellt hatte. Ziel war Dondet bzw. 4000 Islands in Laos, einem breiten Abschnitt des Mekongs nah an der laotisch-kambodschanischen Grenze mit unzähligen kleinen Inseln darin. An der Grenze etwas Aufregung, weil der Typ vom Busunternehmen, der mit unseren Pässen verschwand um die Stempel zu holen, zusätzlich zu den Visumgebühren pro Kopf zwei Dollar berechnete für das Aus- und wieder Einladen der Gepäckstücke. Natürlich sagte er das so nicht. Er wurde von kundigen Reisenden angesprochen, die die Preise fürs Visum kannten und erklärte sich erst daraufhin. Als ihm entgegnet wurde, man wolle sein Gepäck lieber selbst durch den Zoll bringen und die zwei Dollar sparen, reagierte er recht ungehalten und hielt eine wütende Predigt, dass der Bus, sollte es beim Zoll etwas länger dauern, nicht warten würde. Vermutlich ziemlicher Unsinn, wegen der zwei Dollar wollte ich dann aber, als er zum Abkassieren zu mir kam, die Diskussion nicht wieder anfangen.

Die Fahrt durch den Norden Kambodschas bot keine allzu reizende Aussicht

Die Fahrt durch den Norden Kambodschas bot keine allzu reizende Aussicht

Am Ufer des Mekongs, in einem kleinen Dorf, wurden wir abgesetzt. Dann herrschte zunächst etwas Unklarheit darüber, mit welchem kleinen Kahn wir nun übersetzen würden, für welche „Fähre“ unser Ticket gültig sei. Irgendwann war auch das geklärt und nach einer knapp halbstündigen Fahrt befand ich mich auf meiner Insel. Ich hatte schon eine Unterkunft gebucht, bereute es jedoch kurz, weil ich sie nicht finden konnte, es keine Hinweisschilder gab und auch Durchfragen ergebnislos blieb. Da wäre es einfacher gewesen in eines der vielen anderen Hostels hereinzuspazieren. Es dauerte aber nicht langer, bis ich die richtige Adresse gefunden hatte. Nach einem kleinen Abendessen spazierte ich die Hauptgasse der Insel entlang, um einen Touranbieter für Aktivitäten am nächsten Tag zu finden.
Die Siedlung auf Dondet bei der Anreise

Die Siedlung auf Dondet bei der Anreise

Aussicht über den Mekong, die man von fast jedem Restaurant aus genießen konnte

Aussicht über den Mekong, die man von fast jedem Restaurant aus genießen konnte


Ich fand ein gutes Angebot und am nächsten Morgen ging’s los. Zunächst mit dem Kajak etwas den Mekong hinunter, dann wanderten wir etwas durch staubig trockene Landschaft und kleinste Dörfer und machten an einem kleinen Wasserfall eine kurze Pause. Wie viele andere andere auch nutzte ich die Gelegenheit und kühlte mich im Wasser etwas ab.
Durchschnittliche Hütte in den Dörfern, durch die wir spazierten

Durchschnittliche Hütte in den Dörfern, durch die wir spazierten

"Bootsanlegestelle" von einem der kleinen Dörfer

“Bootsanlegestelle” von einem der kleinen Dörfer

Kleiner Wasserfall, gut genug für eine kurze Erfrischung

Kleiner Wasserfall, gut genug für eine kurze Erfrischung

Wir marschierten etwas weiter und an einem schattigen Ufer war es dann auch schon Zeit für unsere Mittagspause. Danach paddelten wir wieder mit dem Kajak weiter und hielten an einer breiten Stelle des Flusses Ausschau nach den Irrdawady-Delfinen. Es zeigten sich tatsächlich ein paar dieser eigentümlichen Säuger! Sogar ein Jungtier war dabei. Ein Foto gelang mir nicht, dafür tauchten sie zu schnell mal hier mal dort auf. Es waren ca. 5-6 Tiere und nachdem wir ihnen eine Weile zugeschaut hatten, wie sie immer wieder um unsere Kajaks herum zum Atmen an die Oberfläche kamen, paddelten wir weiter, ca. 1,5 Stunden flussaufwärts. Dort wurden wir von einem Pickup abgeholt und zu den großen Mekongfällen gebracht, den größten Wasserfällen von Asien. Wir mussten noch ein kleines Stückchen zu den tosenden Wassermassen spazieren, die sich nicht wirklich in große Tiefe stürzen, aber dafür über eine weite Fläche mit Felsen dazwischen, sodass es schon einen schönen Anblick hergab.
Die großen Mekongwasserfälle nahe der laotisch-kambodschanischen Grenze

Die großen Mekongwasserfälle nahe der laotisch-kambodschanischen Grenze

Die Wasserfälle von einem anderen Blickwinkel

Die Wasserfälle von einem anderen Blickwinkel

Kurz nachdem wir zu dem Spaziergang gestartet waren, sah ich, dass ein Australier mittleren Alters am Startpunkt ein kühles Bier gekauft hatte. Ich beneidete ihn sehr und teilte ihm das auch mit, ließ ihn außerdem wissen, dass es schon etwas sadistisch sei, bei diesen klimatischen Bedingungen vor der Nase eines Deutschen ein kühles Bier aufzumachen. Nachdem wir den Wasserfall etwas auf uns wirken lassen hatten, wanderten wir zurück zum Auto. Ich bog zur Toilette ab, als ich zurückkam sprang ich hinten auf den Pickup und da drückte mir der Australier ein großes, kaltes Bier mit einem fetten Grinsen in die Hand. Es gibt sie also doch, diese Engel auf Erden!
So lässt es sich doch leben!

So lässt es sich doch leben!


Nach der köstlich erfrischenden Fahrt mussten wir noch eine kurze Strecke flussaufwärts paddeln und waren am frühen Abend zurück auf unserer Insel. Ich genoss die Atmosphäre der Insel bei einem weiteren Bier in einem kleinen Restaurant mit Balkon zum Wasser hinaus. Am nächsten Morgen musste ich schon wieder weiter. Gerne wäre ich noch etwas geblieben. Die kleine Insel mit den kleinen Gassen und Hütten, fast alle mit Blick auf den Mekong, die entspannte Stimmung und die Landschaft ringsherum haben mir gut gefallen. Doch am nächsten Tag würde Caro, eine Freundin aus Studienzeiten, in Vientiane, der Hauptstadt Laos’ landen. Wir hatten uns dort verabredet und wollten die kommenden zwei Wochen zusammen reisen.
Also sprang ich früh am Morgen ins Boot und im Festland dann weiter in einen Bus, der mich zunächst nach Pakse brachte. Dort hatte ich ein paar Stunden Aufenthalt. Ich schlenderte etwas durch die Stadt, dann wieder am Mekong entlang. Dort fand ich ein schwimmendes Restaurant und kehrte dort ein. Von dort konnte man auch den goldenen Buddha auf einem Hügel nicht weit entfernt sehen. Eine Sehenswürdigkeit dieser Stadt. Mir genügte der Anblick aus der Ferne. Ich schaute mir noch den Sonnenuntergang an und ging dann zurück zum Büro des Busunternehmens, um dort auf den Nachtbus zu warten.
Natürlich bin ich in Pakse auch wieder auf Tempel gestoßen

Natürlich bin ich in Pakse auch wieder auf Tempel gestoßen

Das Restaurant auf dem Mekong, in dem ich etwas Zeit absaß

Das Restaurant auf dem Mekong, in dem ich etwas Zeit absaß

Ich hatte mich schon damit abgefunden, dass ich mich mit einem vollkommen fremden in dieser Nacht recht eng anfreunden würde und erwartete ein solches Bett, wie ich es mir mit Anki im Nachtbus in Kambodscha geteilt hatte. Aber mein besonderes Glück mit Bussen auf dieser Reise riss nicht ab. Natürlich hatte ich wieder einen Platz in der letzten Reihe. Dort war kein „Doppelbett“ sondern eine Rammelwiese für fünf Personen. Drei Bettgenossen waren schon da, zum Glück entspannte, nette, junge Briten. Zu viert war es schon recht kuschelig und wir bangten eine ganze Weile, ob noch ein Fünfter zu uns ins Gemach hüpfen würde, zumal der Bus anfangs noch ein paar Mal hielt, um weitere Passagiere einzusammeln.
Wir blieben zu viert. So hatten wir theoretisch genug Platz, um ohne Sorge über ungewollte Schwangerschaften nebeneinander schlafen zu können. Die Straße war aber dermaßen holperig, dass wir ständig über- und durcheinander flogen. Schlaf wurde demnach nicht zu großzügig verteilt.
Mein Bett im Nachtbus samt Bettgenossen

Mein Bett im Nachtbus samt Bettgenossen


Ich kam früh morgens in Vientiane an und konnte mir mit einem der Briten noch ein Tuk Tuk ins Zentrum teilen. Ich hatte darauf spekuliert noch ein kurzes Nickerchen im Hotel zu machen, bevor ich Caro vom Flughafen abholen würde, die mittags landen sollte, aber leider war das nicht möglich. Zimmer noch nicht fertig.

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