Laos #2 – Vientiane

Ich hatte den Vormittag mit viel Kaffee durchgebracht und heuerte nun einen Tuk Tuk-Fahrer an. Als ich ihn fragte, ob er mich zum Flughafen fahren, kurz mit mir warten und dann wieder zurück zum Hotel bringen könnte, bekam er schon ganz dicke Augen. Es war nicht teuer, aber für ihn vermutlich trotzdem genug, um den Rest des Tages die Füße hochlegen zu können. Wir kamen eine knappe halbe Stunde nach der geplanten Landung am Flughafen an und ich stellte den Fahrer auf 15-20 Minuten Wartezeit ein. Leider hatte Caros Flug ordentlich Verspätung und leider gab es auf dem Flughafen keine Anzeigetafel, die darüber Auskunft gegeben hätte. Ich wartete über anderthalb Stunden, bis Caro endlich aus dem Zollbereich kam. Und so lange wartete natürlich auch der arme Fahrer, der zwischenzeitlich vorbeikam um zu sehen, ob alles in Ordnung bzw. ich überhaupt noch da war.
Nach einer kurzen Verschnaufpause im Hotel erkundeten wir die Stadt zu Fuß. Natürlich waren es wieder hauptsächlich irgendwelche Tempel, die es zu sehen gab. Am frühen Abend gingen wir essen. Worauf hat man in fremden Landen Lust? Richtig, auf eine gute Pizza. Und sie war gut, sehr gut sogar! Wir gönnten uns also ein gutes Essen in einer kleinen Pizzeria mit Steinofen.

Einer der vielen Tempel in Vientiane

Einer der vielen Tempel in Vientiane

Ein mal etwas anderer Buddha, den ich irgendwie witzig fand

Ein mal etwas anderer Buddha, den ich irgendwie witzig fand

Triumphbogen Patuxai

Triumphbogen Patuxai


Am nächsten Morgen wanderten wir erstmal wieder zu Fuß los und schauten uns das Wahrzeichen von Laos an (Pha That Luang), dann fuhren wir wieder mit einem Tuk Tuk etwas aus der Stadt hinaus zum Buddha-Park, einer Ansammlung von diversen buddhistischen Statuen, und wollten uns danach eigentlich die Brauerei von Beer Lao anschauen, leider gab es keine Führung an diesem Tag bzw. für Privatpersonen. Da hatte uns der Reiseführer anderes versprochen. Ein Bier im Foyer der Brauerei zu trinken, konnten wir uns dann aber nicht verkneifen. Der Fahrer brachte uns zurück zu einem Park in der Nähe unseres Hotels, den wir uns noch anschauten.
Ein weiterer Tempel, etwas hochwüchsiger als die meisten anderen

Ein weiterer Tempel, etwas hochwüchsiger als die meisten anderen

Mönche bei der Arbeit in der Nähe des Pha That Luang

Mönche bei der Arbeit in der Nähe des Pha That Luang

Pha That Luang, Wahrzeichen von Laos

Pha That Luang, Wahrzeichen von Laos

Blick über den Buddha-Park

Blick über den Buddha-Park

Caro und ich vor der Beer Lao Brauerei

Caro und ich vor der Beer Lao Brauerei

Nach einem Päuschen im Hotel zogen wir los, um uns den Nachtmarkt anzuschauen. Außer dem üblichen Krimskrams wurde aber leider nicht viel angeboten. Dafür wurden wir Zeugen einer Pest biblischen Ausmaßes. Abermillionen Insekten, Eintagsfliegen oder Ähnliches, waren in der Luft. Es gab kein Entkommen, sie waren überall. Um Leuchtquellen bildeten sich dicke Wolken, durch die man nicht hindurchschauen konnte. Man hatte sie schnell überall hängen. Man muss dazu sagen, dass der Nachtmarkt am Ufer eines Flusses platziert war. Wir flüchteten auf die Dachterrasse einer Bar, im dritten Stock gelegen. Auch hier war es noch furchtbar, aber wir konnten ein Plätzchen finden, wo wir zumindest ein Glas Wein ohne Fleischeinlage trinken konnten. Essen wollten wir dort aber nicht. Wir gingen weiter in eine kleine Seitenstraße und setzten uns dort in ein Restaurant. Als wir nach dem Essen wieder herauskamen, war der ganze Spuk mit den Fliegen auch schon vorbei.
Tags drauf guckten wir uns vormittags das Nationalmuseum an. Der Teil über die neuere Geschichte war ungewollt komisch, weil offensichtlich jemand Probleme hatte, die Namen großer Führer und Persönlichkeiten korrekt zu schreiben. Eigentlich war das Problem sogar größer, denn es ging deutlich über Rechtschreibfehler hinaus. Da wurde aus Karl Marx z.B. Mr. Kakmak. Mein absoluter Favorit war aber Mr. Fidankasato, gemeint war damit Fidel Castro. Und das alles, obwohl auf vielen Aufnahmen noch der Originaltitel mit korrekter Schreibweise des jeweiligen Namens zu sehen war!
Natürlich war auch viel erschütterndes dabei. Die laotische Bevölkerung hat von den Amerikanern ohne Kriegserklärung die unglaubliche Menge von 2,5 Tonnen Bomben pro Kopf abbekommen. Grund dafür war, dass der Ho-Chi-Minh-Pfad auch durch Laos führte, über welchen die Versorgung der Vietcong erfolgte. Der Sieger schreibt die Geschichte, und auch wenn es in diesem Krieg keinen offiziellen Sieger gab, war die Darstellung selbstverständlich sehr antiamerikanisch und prokommunistisch gehalten.
Gegen Mittag waren wir zurück im Hotel und wurden von einem Minibus abgeholt, der uns über eine kurvenreiche Straße nach Vang Vieng brachte.
Bildunterschrift unter einem Konterfei von Karl Marx

Bildunterschrift unter einem Konterfei von Karl Marx

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