Laos #3 – Vang Vieng

In Vang Vieng, einem Örtchen an einem flachen Fluss gelegen mit ein paar kleineren Bergen im Umland, waren wir in einem gemütlichen kleinen Bungalow untergebracht. Als wir ankamen, dämmerte es bereits. Wir berieten uns, was wir am nächsten Tag machen wollten und zogen dann los, um Tourangebote zu finden und zu vergleichen. Wir buchten schließlich ein Tages-Paket, in dem alles enthalten war, was sich manch andere in mehreren Tagen anschauen. Als es früh am nächsten Morgen nach einem kleinen Frühstück für uns losging, stellten wir dann auch fest, dass wir die einzigen waren, die sich dieses volle Programm aufgebürdet hatten, die anderen 5-6 Leute in unsere Gruppe machten nur Teile davon. Wir fuhren ein kleines Stück aus Vang Vieng hinaus, als erster Punkt stand Ziplining auf dem Plan. Wir schlüpften in unsere Montur, vergleichbar mit den Gurten, die man beim Klettern benutzt, bekamen einen schicken Helm aufgesetzt, überquerten dann mit einem Floß einen kleinen Fluss und mussten noch ein Stückchen einen Berg hoch wandern. Obwohl es noch am Morgen war, lief der Schweiß bei dem steilen Anstieg schon ordentlich. Und dann konnte es auch schon losgehen! Mit Karabinern gesichert sausten wir an Drahtseilen von Baumkrone zu Baumkrone. Schwer abzuschätzen, wie hoch wir dabei waren. Durchschnittlich befanden wir uns vermutlich in Höhen zwischen 10 und 15 Metern, da die Bäume allerdings an einem recht steilen Hang standen, wirkte alles viel höher und man hatte eine hervorragende Aussicht auf die ca. 200 Meter unter uns gelegene Ebene.

Bereit für Action in den Baumwipfeln

Bereit für Action in den Baumwipfeln

Caro saust am Drahtseil durch den Urwald

Caro saust am Drahtseil durch den Urwald

Als der Spaß vorbei war, bekamen wir ein Mittagessen serviert, danach fuhren wir mit dem Auto weiter zu einer Höhle, durch die ein Fluss floss und die wir mit aufgeblasenen Autoschläuchen erkunden konnten. Das letzte Stück zur Höhle legten wir zu Fuß zurück und es führte durch schöne Landschaft mit kleinen Hügeln und Dörfern hier und da. Das Wasser war ziemlich kalt, aber bei den Umgebungstemperaturen kam die Erfrischung gerade richtig. Die Höhle war groß und man konnte deshalb tief in sie vordringen, ansonsten hatte sie aber nicht viel zu bieten. Mit Kopflampe ausgerüstet im Dunkeln der Höhle zu Plantschen hatte aber dennoch seinen Reiz.
Der Eingang zur Höhle

Der Eingang zur Höhle

Im Inneren der Höhle diente ein Seil zur Orientierung

Im Inneren der Höhle diente ein Seil zur Orientierung

Danach besichtigen wir noch die „Elefanten-Höhle“, in der sich selbstverständlich ein buddhistischer Schrein befand. Den Namen bekam die Höhle, weil sich hier eine Felsformation finden ließ, die einen an einen Elefanten erinnern kann. Genaugenommen gab’s sogar zwei solcher Felsen, aber beim anderen konnte ich beim besten Willen nichts entdecken, was auch nur entfernt nach Elefant aussah.
Der Fels mit Elefantenkontur

Der Fels mit Elefantenkontur

Ein Landschaftseindruck von der Gegend

Ein Landschaftseindruck von der Gegend


Danach sprangen wir ins Kajak. Caro und ich mussten uns etwas beeilen, weil die Zeit schon fortgeschritten war. Wir paddelten zügig den Fluss hinunter und lieferten uns mit unserem Guide ausgedehnte Wasserschlachten. Unser zugegeben relativ junger Guide war über dieses Spiel dermaßen erfreut, dass er lachte, quiekte und quietschte wie ein dreijähriges Kind, das man mal ordentlich auskitzelt, so viel Spaß bereitete es ihm. Wir dagegen konnten uns über seinen Ausdruck der Freude vor Lachen kaum halten. Zurück in Vang Vieng sprangen wir aus dem Kajak in ein weiteres Auto, dass uns zur „Blue Lagoon“ brachte. Diese Blue Lagoon war nun ein kleines Flüsschen, das an einer Stelle etwas breiter wurde und zugegeben eine schöne Farbe hatte. Dazu lebten noch unzählige Fische darin und über die breitere Stelle wuchs ein dicker Ast eines Baumes und diente als natürliches Sprungbrett. Mit einem kleinen Imbiss, einer Liegewiese und vielen Touristen hatte das Ganze etwas Freibad-Flair.
Beim Sprung vom Baum in die Blue Lagoon

Beim Sprung vom Baum in die Blue Lagoon


Mit der Blue Lagoon waren wir mit unserem Programm für den Tag durch. Nach einem leckeren Essen besuchten wir noch die Sakura Bar, deren Motto „Drink Triple, See Double, Act Single“ war natürlich eine Ansage. Wir nutzten aber bloß, dass es von 8-9 Uhr Getränke umsonst gab. Auf den Rest verzichteten wir und weil wir vom Tag ziemlich geschafft waren entschieden wir uns nach der Happy Hour für eine Mütze Schlaf.
Am nächsten Tag erkundeten wir das Umland etwas auf eigene Faust. Wir klettern auf einen hohen Felsen, der wie eine Säule verloren inmitten von Feldern stand. Natürlich wartete am Fuße ein hutzeliger Mann, der ein wenig Geld verlangte, vermutlich weil sich der Fels auf Privatgrundstück befand. Nach dem Klettern auf den Felsen, lief der Schweiß schon wieder in Strömen, die Aussicht war aber nicht zu verachten.
Ausblick vom Felsen

Ausblick vom Felsen

Gipfelstürmerin Caro ganz oben auf dem Felsen

Gipfelstürmerin Caro ganz oben auf dem Felsen

Auf unserer Wanderung bekamen wir auch mal solch eine merkwürde Raupe zu sehen

Auf unserer Wanderung bekamen wir auch mal solch eine merkwürde Raupe zu sehen

Danach wanderten wir weiter durch Buschlandschaft und dünnen Wald und bekamen dabei vieles an Vögeln, Insekten, Echsen und sogar eine schöne Schlange zu sehen. Wir erreichten eine Höhle, für die man natürlich auch wieder ein kleines Eintrittsgeld zahlen musste. Dass sich das überhaupt für den “Ticketverkäufer” lohnt, es war nämlich echt nichts los.
Echse an einem Baumstamm

Echse an einem Baumstamm

Die Schlange, die sich uns auf dem Weg zur Höhle zeigte

Die Schlange, die sich uns auf dem Weg zur Höhle zeigte


In der Höhle war es angenehm kühl. Man konnte gefühlt endlos in die Höhle vordringen, wir drehten irgendwann aber um. Die Höhle hatte an manchen Stellen ganz schicke Wände, für uns war das Highlight aber eindeutig die Kühle. Wir sahen keine Fledermäuse, aber irgendwie roch es leicht danach. Gerade als ich Caro davon erzählt hatte, dass Tobi und ich in Neuseeland in einer Höhle waren und dort Grillen den Fledermauskot fressen und selbst wiederum von großen Spinnen gefressen werden, sah ich die erste Grille an der Höhlenwand hängen. Schnell fanden wir weitere und dann auch ein paar der Spinnen. Nur eine Fledermaus zeigte sich uns nicht, vielleicht hingen die aber auch einfach tiefer in der Höhle.
Eingang der Höhle

Eingang der Höhle

Grille an der Höhlenwand

Grille an der Höhlenwand

Tropfsteinbildung in der Höhle

Tropfsteinbildung in der Höhle

Zurück in der Hitze spazierten wir zurück nach Vang Vieng und gingen dort zu einer Bar, die Sitzgelegenheiten und kleine Hüttchen in den Fluss gebaut hatte. Das ganze Arrangement war uns schon vorher aufgefallen und jetzt nutzten wir die Gelegenheit ein kühles Bier zu trinken und die Füße im Wasser baumeln zu lassen. Es artete dann noch in regelrechtes Baden aus. Dazu kam gute Musik von den Boxen der Bar herüber. So ließ es sich gut aushalten. Als die Sonne hinter den Bergen verschwunden war, brachen wir so langsam wieder auf.
Wandern, Sonne und Bier hatten uns müde gemacht und so wurden wir auch an diesem Abend nicht alt. Am nächsten Morgen beim Frühstück die große Überraschung: in meinem Käsebaguette war tatsächlich anständiger Camembert! Natürlich war das etwas teurer, aber richtigen Käse hatte ich schon ewig nicht mehr gegessen. Ein guter Start in den Tag! Nach dem Frühstück nahmen wir den Bus nach Luang Prabang.
Bar am und im Fluss

Bar am und im Fluss

Prost!

Prost!

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