Laos #4 – Luang Prabang

Der Minibus nach Luang Prabang schleppte sich mehrere extrem schmale und zum Teil in sehr schlechtem Zustand befindliche Straßen die Berge hinauf. Bei einer kleinen Pause auf einer Anhöhe trafen wir bei guter Aussicht einen Niederländer wieder, der schon mit uns im Bus nach Vang Vieng saß und jetzt mit einem anderen Bus ebenfalls auf dem Weg nach Luang Prabang war.
In Luang Prabang hatten wir uns ein Zimmer in einem kleinen Gasthaus mit unglaublich freundlichen Angestellten gemietet. Kaum waren wir angekommen, bekamen wir auch schon frischen Fruchtsaft serviert. Das sollte sich in den folgenden Tagen wiederholen, jedes Mal wenn wir von unseren Ausflügen zurückkamen. Wir erkundeten zu Fuß etwas die Stadt und spazierten vor allem am Mekong entlang.

Typisches Stadtbild in Luang Prabang

Typisches Stadtbild in Luang Prabang


Am nächsten Tag mieteten wir uns Fahrräder und machten damit die Straßen unsicher. Zu sehen gab’s natürlich vor allem wieder Tempel. Unsere Route führte uns auch über eine abenteuerliche Bambuskonstruktion, die offiziell als Brücke ausgeschrieben war. Selbstverständlich kostete das Passieren wieder extra, für Instandhaltungskosten.
Mit dem Fahrrad auf Erkundungstour

Mit dem Fahrrad auf Erkundungstour

Tempel in Luang Prabang

Tempel in Luang Prabang

Ein etwas antiker aussehender Tempel

Ein etwas antiker aussehender Tempel

Die Bambusbrücke

Die Bambusbrücke


Für den folgenden Tag hatten wir eine geführte Tour durch die Landschaft der Umgebung gebucht. Wir wurden morgens vom Hotel abgeholt. Im Pick-up saß der Niederländer, den wir schon vorher einige Male getroffen hatten. Außer uns dreien war niemand sonst dabei – gut für uns! Wir hatten einen freundlichen, jungen, lokalen Guide und fuhren eine Weile aus der Stadt hinaus. Unsere Wanderung starteten wir in einem Dorf der Hmong, einer chinesischen Minderheit in Nordlaos. Unser Guide fütterte uns mit Details zu Lebensweise und Geschichte der Hmong. Unser Weg führte weiter über Felder und durch eine kleine Kautschukplantage zu einem weiteren kleinen Dorf einer anderen Minderheit, den Khmu.
Schüchterner Gruß eines Hmong-Jungen

Schüchterner Gruß eines Hmong-Jungen

Im Dorf wurde ich unter anderem von diesem süßen Welpen begrüßt

Im Dorf wurde ich unter anderem von diesem süßen Welpen begrüßt

Khmu-Dorf

Khmu-Dorf

Mutter und Tochter auf dem Weg zur Feldarbeit

Mutter und Tochter auf dem Weg zur Feldarbeit

Von dort ging es in den Urwald. Besondere Tiere bekamen wir leider nicht zu sehen, dafür kamen wir an einer Höhle vorbei, die die Landbevölkerung während des Vietnamkrieges quasi als Luftschutzbunker benutzt hat, wenn die Amerikaner ihre Bombenangriffe flogen. Heute finden sich neben Fledermäusen viele Buddhastatuen in der Höhle. Mit Taschenlampen bewaffnet erkundeten wir sie etwas, danach zogen wir weiter an ein kleines Flüsschen. Hier machten wir unsere Mittagspause. Es wurde frisch für uns gekocht. Ein gewitzter Geschäftsmann verkaufte gekühlte Getränke und versprach ein kostenloses Bier, wenn man es schaffte auf einem dünnen Baumstamm, der das Flüsschen überbrückte, trockenen Fußes das andere Ufer zu erreichen und auch wieder zurückzukehren. Er selbst machte es vor und ließ es ziemlich leicht aussehen. Zwei Versuche hatte man, bei Scheitern war man quasi verpflichtet ein Bier zu kaufen. Auf diesen Deal ließ ich mich gerne ein, im schlimmsten Fall musste ich ein Bier trinken und dafür zahlen. Ich scheiterte kläglich. Ich ließ natürlich nicht locker und nachdem ich etwas von dem kostenpflichtigen Gerstensaft getrunken hatte, lief es auch schon viel besser. Ich schaffte es ein paar mal auf das andere Ufer, nur zurück nicht mehr. Aber auch diese Leistung reichte aus, um mich, so glaube ich, rechtens als Tagessieger unter den Touristen zu sehen. Beim Schießen mit so etwas wie einer selbstgebauten Armbrust verblüffte ich den Besitzer und mich gleichermaßen, in dem ich voll ins Schwarze (einer kleinen Zielscheibe am Stamm einer Bananenstaude) traf. Dafür gab’s aber leider kein Bier.
Ein kleiner Eindruck vom Urwald

Ein kleiner Eindruck vom Urwald

Den Eingang zur Höhle zierten selbstverständlich ein paar goldene Buddha-Statuen

Den Eingang zur Höhle zierten selbstverständlich ein paar goldene Buddha-Statuen

Mittagspause mit dem Niederländer in unserer Gruppe

Mittagspause mit dem Niederländer in unserer Gruppe

Der vergebliche Versuch ein Freibier zu gewinnen

Der vergebliche Versuch ein Freibier zu gewinnen


Wir wanderten weiter und kamen schließlich zum Kuang Si Wasserfall. Ein schöner Wasserfall, der milchigtrübes türkisfarbenes Wasser führt und an den sich terrassenartige Becken anschließen, gesäumt von Schilf und Bambus. In diesen Becken konnte man Schwimmen, wenn man sich ruhig verhielt, wurde die Haut von kleinen Fischen bearbeitet. Da der Wasserfall aber auch direkt mit dem Auto zu erreichen sind, war dieser Ort natürlich auch einigermaßen überlaufen. Schade eigentlich.
Kuang Si Wasserfall

Kuang Si Wasserfall

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, von einem Baum ins Wasser zu springen

Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, von einem Baum ins Wasser zu springen


Am späten Nachmittag waren wir dann wieder zurück im Hotel und gingen abends noch in der Nähe des Flusses essen. Der Himmel über Luang Prabang war eigentlich stets diesig, das bescherte uns aber auch schöne Sonnenuntergänge mit einem tiefroten Feuerball, der sich über den Bergen senkte.
Am nächsten Tag faulenzten wir etwas. Da die Hitze sehr schwül und drückend war, schlichen wir uns in ein anderes Hotel, das über einen Pool verfügte. Gäste von außen waren durchaus willkommen, sollten aber eigentlich Eintritt zahlen. Ich nutzte den Tag außerdem noch, um meine Reiseplanungen etwas voranzutreiben.
Caro konnte sich tatsächlich dafür begeistern, mit mir am nächsten Tag einen Angelausflug zu machen. Wir fuhren mit dem Auto ein Stück aus der Stadt und hielten an einem Elefantenhof. Zwei wenig grazile Britinnen kamen hier kaum aus dem Sabbern raus, sobald sie die Elefanten erblickten. Sie hatten einen Ritt auf deren Rücken gebucht. Dass die Elefanten mit Eisenketten um ihren Füßen festgemacht waren, die so kurz waren, dass sich die Tiere kaum um die eigene Achse drehen konnten, störte sie nicht weiter. Caro und ich fanden das ziemlich traurig. Der Angeltrip war dann auch nicht so wie erhofft. Wir hatten zwar für zwei Personen gebucht, auf dem Boot befand sich aber nur eine kleine Angel. Die erste Stunde verbrachte unser Guide dann damit, Würmer im Uferbereich des Flusses zu suchen. Die Kulisse mit den steilen Felswänden war schön, keine Frage. Aber wie gesagt, eine Angel für zwei Leute ist etwas mau. Großzügig wie Caro ist, überließ sie mir die Angelrute. Einen Fisch konnte ich aber nicht überlisten. Der Guide meinte dann später auch, dass gerade nicht die richtige Zeit dafür sei. Na toll. Wir verbrachten schließlich auch weniger Zeit auf dem Wasser als eigentlich gedacht und so war der ganze Ausflug, vor allem wenn man bedenkt wie viel Geld wie dafür zahlen mussten, eher eine Enttäuschung.
Beim Versuch einen Fisch zu fangen

Beim Versuch einen Fisch zu fangen

Abends fanden wir zu unserer großen Freude eine Bar, die ziemlich günstig trinkbaren Rotwein ausschenkte. Da dies unser letzter Abend war, an dem wir uns einen Drink gönnen konnten, wenn wir nicht verkatert weiterreisen wollten, langten wir ordentlich zu. Wir suchten noch eine andere Bar auf und auch hier sagte uns der Wein zu. Während wir dort waren, kam noch ein gewaltiger Wolkenbruch herunter. So waren wir quasi in der Bar gefangen und mussten noch mehr Wein trinken. Am Ende hatten wir sicher zu viel getrunken aber unseren Spaß. Den nächsten Morgen gingen wir entsprechend ruhig an. Gegen Mittag legte sich Caro wieder an den Pool, dieses Mal konnte sie sich aber nicht kostenlos reinschleichen. Ich musste noch ein paar organisatorische Sachen erledigen. Gegen Nachmittag erklommen wir noch den kleinen Hügel im Zentrum der Stadt, auf dem sich natürlich auch wieder ein kleiner Tempel befand, und genossen die Aussicht auf das Umland. Bei der hohen Luftfeuchtigkeit und Temperaturen weit jenseits der 30 Grad, waren wir nach dieser kurzen sportlichen Einlage schon wieder komplett verschwitzt.
Am nächsten Morgen hieß es dann wieder Abschied nehmen. Meine Reise ging weiter nach Myanmar, Caro flog ein paar Stunden später zurück nach Deutschland.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *