Kambodscha #2 – Koh Rong Sanloem

Nach einer kleinen Verschnaufpause im Hotel gingen wir zum Strand, der direkt um die Ecke war. Nah an der Stadt war der „Partystrand“, wir schlenderten etwas weiter zu einem viel ruhigerem Abschnitt und konnten uns nicht verkneifen, ein kühles Bier zu genießen. So richtig schön wie im Reiseführer war der Strand aber nirgendwo. Aushalten konnte man es natürlich trotzdem ganz gut. Nach einer Weile, es begann zu dämmern, gingen wir zurück zum Partybereich, wo aber noch nicht wirklich viel los war und testeten wie ein kühles Bier dort schmeckt. Nichts zu beanstanden!

Man mag es nicht so richtig glauben, aber diese goldenen Löwen sollten doch tatsächliche eine Attraktion in Sihanoukville darstellen

Man mag es nicht so richtig glauben, aber diese goldenen Löwen sollten doch tatsächliche eine Attraktion in Sihanoukville darstellen

Sonnenuntergang am Strand von Sihanoukville

Sonnenuntergang am Strand von Sihanoukville


Am nächsten Morgen brachen wir zu der kleinen Insel Koh Rong Sanloem auf. Ich hatte dort einen weiteren Tauchkurs gebucht und Anki wollte vor allem am schönen Strand relaxen. Mit der Express-Fähre brauchten wir ca. 1,5 Stunden, um die Insel zu erreichen. Wir kamen im sogenannten Eco Sea Dive Resort unter. Es war ein schöner Abschnitt auf der Insel mit vielleicht einem Dutzend Bungalows und so etwas wie einem kleinen Restaurant. Dazu noch ein Bootsanleger am schönen Strand und das war’s auch schon. Strom war verfügbar von 18 Uhr bis spät, der letzte macht das Licht aus. Mehr gab’s hier und in der unmittelbaren Nähe nicht. Mehr brauchten wir auch nicht. Kurz nachdem wir angekommen waren startete ich auch schon meinen ersten Tauchgang als einziger Schüler meines Tauchlehrers. Unter Wasser zeigte der Tauchlehrer in die Richtung hinter mir, ich drehte mich um und da stand plötzlich ein riesiger Barracuda, ein wenig zu nah glotzte er mich mit seinen großen Augen an und zeigte stolz seine Zähne. Wir setzten unseren Tauchgang fort und er begleitete uns, war mal unter mal über mal neben uns, dann wieder verschwunden nur um plötzlich vor uns wieder wie aus dem Nichts aufzutauchen und uns seine volle Breitseite zu zeigen. Riff und Unterwasserwelt waren schön, aber konnten mit Thailand nicht mithalten, auch das Wasser war nicht ganz so klar. Kapitän und Gehilfe fingen sich während wir unter Wasser waren mit Angelleinen ein paar kleine Fische und bereiteten sie sich direkt an Bord in einer kleinen Pfanne zu. Am Abend folgte noch mein erster Nachttauchgang. Etwas eigenartig und aufregend in völliger Dunkelheit im fremden Element nur dem Lichtkegel der Taschenlampe zu folgen und bei ca. 3 m Sichtweite gespannt zu schauen, was als nächstes in das Blickfeld kommt. Viel Spektakuläres bekamen wir aber nicht zu sehen, es waren mehr Krebse und Seespinnen unterwegs als tagsüber und die Fische harrten zum Teil unbeweglich am Meeresboden im Licht der Lampen aus.
Anki bei der Arbeit am Strand von Koh Rong Sanloem

Anki bei der Arbeit am Strand von Koh Rong Sanloem

Der Strand in der Abenddämmerung

Der Strand in der Abenddämmerung


Die Nacht im Bungalow bot Anki und mir nicht zu viel Schlaf, weil wir beide unzählige winzige Ameisen in unseren Betten hatten, die über uns krabbelten, was ziemlich kitzelte, und manchmal auch beherzt zubissen, was bei der Größe zwar nicht sehr schmerzhaft aber doch unangenehm war und auf jeden Fall ausreichte, einen am tiefen Schlaf zu hindern. Die vielen toten Ameisen in meinem Bett am nächsten Morgen, waren Beweis, dass ich das alles nicht bloß geträumt hatte.
In einem solchen Bungalow waren wir untergebracht

In einem solchen Bungalow waren wir untergebracht


Es folgten für mich weitere Tauchgänge und für Anki weiteres Entspannen am Strand. Auf dem Boot, mit dem wir zum Tauchen hinausfuhren, hatte ich Angelruten gesehen. Ich fragte meinen Tauchlehrer, ob er auch Angeltouren anbot und er sagte mir, dass er eigentlich fast jeden Tag nach dem Tauchen nochmal zum Angeln rausfahren würde. Für wenig Geld nahm er mich mit zum Angeln und Anki sprang für ein kleines Trinkgeld mit aufs Boot, um den Sonnenuntergang auf dem Wasser zu genießen und Fotos von den unglaublich großen Fischen, die ich fangen würde, zu machen. Ganz klischeehaft nahmen wir ein paar Dosen kaltes Bier mit aufs Boot. Es galt die Regel, dass man pro Dose Bier erst einen Fisch fangen musste. Lange musste keiner dursten. Ankis Aktivität als Fotografin hielt sich in Grenzen. Mit Tintenfischstücken als Köder fingen wir viele fingerlange Fischchen, aber auch ein paar, die als Snack zu gebrauchen waren. Quantitativ hatte mich mein Tauchlehrer bald weit abgehängt, der Kapitän war nicht wirklich erfolgreich. Insgesamt konnte ich Exemplare drei verschiedener Spezies aufs Boot ziehen und hatte dadurch die größte Diversität vorzuzeigen. Außerdem kurbelte ich den größten Fisch des Tages an Deck, der aber nicht wirklich groß war. Der Sonnenuntergang war schön, die Stimmung gut, einfach ein schöner Moment. Was braucht man auch mehr?
Angeln vom Boot bei Sonnenuntergang

Angeln vom Boot bei Sonnenuntergang

Tolle Locke, toller Fisch! Der Fahrtwind spielte Friseur und ich hatte mit diesem Fang "den größten" an Bord

Tolle Locke, toller Fisch! Der Fahrtwind spielte Friseur und ich hatte mit diesem Fang “den größten” an Bord


Die folgende Nacht verlief mit weniger Ameisenzwischenfällen und am nächsten Morgen war es schon wieder Zeit, die Insel zu verlassen. Die Fähre kam am späten Morgen und hatte von Nachbarinseln schon andere Gäste geladen. Die Sitzplätze waren fast alle belegt, so stellte ich mich lieber an die Reling und genoss Aussicht und Fahrtwind. Der Seegang war dieses Mal deutlich stärker und schaukelte das Boot ordentlich durch. Es dauerte gar nicht lange, da stand auch schon das erste ansehnliche Mädel neben mir. Es folgten weitere, bis ich irgendwann von einer ganzen Traube hübscher junger Damen umgeben war. Ich glaubte schon fast, dass die Deo-Werbung vielleicht doch nicht gelogen hatte. Doch in meiner Nähe stand einfach nur ein großer Kübel, in den sich bald diverse Mägen entleerten. Herrlich!
Anki und ich überstanden die Fahrt ohne das Frühstück wiederzusehen. Über das Tauchcenter hatte wir auch einen Transport nach Phnom Penh gebucht. Das war erstaunlicherweise nicht teurer als die Angebote anderer Anbieter und hatte den Vorteil, dass wir unsere großen Rucksäcke im Büro der Tauchschule deponieren konnten, bis es losging. Wir hatten noch etwas Zeit und gingen, man mag es kaum glauben, beim Griechen essen. Dann ging es in einem Minibus in die Hauptstadt, letzte Station unserer gemeinsamen Reise.

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *